MSA Prüfungen 2020 – Freiwilligkeit in der Krise

24.04.2020

In Brandenburg sollen die Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss, am 13. Mai beginnen. Damit sind in Brandenburg tausende Schüler*innen dazu aufgerufen sich in die Schulen zu begeben und dort ihre schriftlichen Prüfungen abzulegen. Der Landesschülerrat Brandenburg sieht das aus verschiedenen Gründen kritisch.

Zum einen fehlt den Schülern wichtige Vorbereitungszeit auf die Prüfungen. Damit ist nicht nur die explizite Prüfungsvorbereitung an sich gemeint, sondern auch noch komplette Stoffgebiete. Zwar erfolgte weitestgehend Unterricht zu Hause, jedoch ist es sehr schwer sich selbst neue Themengebiete beizubringen. „Gerade für Schüler*innen, die von vornherein schon Schwächen in Fächern wie Mathematik oder Fremdsprachen aufweisen, ist es momentan sehr schwer, sich den Anforderungen allein zu stellen.“, so Moritz Mosch, Mitglied des Landesschülerrates. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen fallen für viele Schüler*innen auch wichtige Nachhilfestunden weg. Das führt dazu, dass sich der Unterschied zwischen den Schüler*innen, die gut allein lernen können und denen, die auf Hilfe angewiesen sind, immer größer wird, was wir, der Landesschülerrat, entschieden verhindern wollen.

Zum anderen ist die psychische Mehrbelastung der Schüler*innen zur Zeit immens. Die Verantwortung, welche die Schüler*innen tragen, wenn sie in die Schule und zu den Prüfungen gehen, ist riesig. Sie riskieren damit nicht nur sich und ihre Familien zu infizieren, sondern auch das Corona-Virus an Mitschüler*innen weiterzugeben. Wir möchten deshalb nicht, dass die Schüler*innen verbindlich die MSA Prüfungen schreiben müssen.

Deshalb fordern wir eine freiwillige Lösung, bei der die Schüler*innen selbst entscheiden können, ob sie das Risiko in Kauf nehmen  und die Prüfungen schreiben oder ob sie lieber darauf verzichten. Aus diesem Grund fordert Johanna Greeske: „Die MSA Prüfungen müssen sowohl für Gymnasiast*innen, als auch Ober- oder Realschüler*innen freiwillig sein, da eine Infektion mit dem Corona-Virus und eine Mehrbelastung durch das Homeschooling nicht von der Schulform abhängig sind.”

Alle Schüler*innen, die auf das Schreiben der Prüfungen im Mai verzichten, sollen die Möglichkeit bekommen, die Prüfungen zu einem späteren Termin nachzuschreiben. Dadurch können sich die Schüler*innen gegebenenfalls intensiver auf die Prüfungen vorbereiten. Wer sich auch zu dem späteren Termin nicht in der Lage sieht, die Prüfungen abzulegen, soll anhand seiner bisherigen Leistungen in diesem Schuljahr bewertet werden. Das bedeutet, dass aus den Klausuren und anderen schriftlichen Arbeiten, als auch den erbrachten Leistungen im Bereich der sonstigen Mitarbeit (Vorträge, TÜs, mündliche Leistungskontrollen usw.) ein Durchschnitt gebildet wird. Die dann entstandene Note wird als Abschlussnote gewertet.

 

Wir schlagen deshalb vor, den Schülern freizustellen, ob sie an den Prüfungen zum MSA teilnehmen möchten oder nicht. In beiden Fällen soll auf dem Abschlusszeugnis ihre Entscheidung vermerkt werden, sodass Teilnehmenden ein vergleichbarer Abschluss ermöglicht wird.