Abitur 2020 - aber bitte mit Prüfung!

26.03.2020

 

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat am Mittwoch dem 25.03.2020 bereits bekannt gegeben, dass bundesweit die Abiturprüfungen stattfinden sollen. Wir, der Landesrat der Schülerinnen und Schüler Brandenburgs, sind froh, dass sich die Kultusminister*innen gegen ein Durchschnittsabitur entschieden haben.

Im Durchschnittsabitur sehen wir folgende schwerwiegende Probleme:

1. Ein Durchschnittsabitur bietet keinerlei Vergleichbarkeit. Zum einen zwischen den Jahrgängen einer Schule, zum anderen aber auch zwischen allen Schulen im Land Brandenburg. Die schriftlichen Abiturprüfungen werden zentral vom Ministerium erstellt, die Halbjahresnoten der Schülerinnen und Schüler sind jedoch zum Teil sehr abhängig von der Lehrkraft. Dadurch ist die Objektivität in der Bewertung nicht mehr gegeben.

2. Aufgrund der fehlenden Prüfungen haben wir die Sorge, dass ein Durchschnittsabitur im Gegensatz zum konventionellen Abitur deutlich an Wert verliert. Daraus könnten Problemen für die Abiturienten in verschiedenen Bereichen resultieren und sich ganz konkret auf ihren beruflichen Werdegang auswirken.

Die Vermittlung des Unterrichtstoffes sollte an allen Schulen vor der bundesweiten Schließung abgeschlossen sein, wodurch den Abiturient*innen kein Unterricht fehlt. Deswegen wünscht sich der LSR, dass die Abiturprüfungen im Land Brandenburg wie geplant stattfinden. Die ersten schriftlichen Prüfungen in Geschichte, Geografie und Politische Bildung sollen planmäßig am 20.04.2020 geschrieben werden. Falls es aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht möglich sein sollte, soll es den Prüflingen möglich sein, ihre Prüfungen an einem späteren Zeitpunkt zu schreiben. Außerdem wünschen wir uns, vor allem in Hinsicht auf so viele Schülerinnen und Schüler, die es direkt betrifft und deren Interessenvertretung wir darstellen, einen intensiven Austausch zur Festlegung der Abitur- und Prüfungsregelungen, um die Anliegen der Jugendlichen bestmöglich mit einzubringen.